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Wein verstehen mit Weingut Pfaffmann, Teil 3: mit Haltung

Wein im Glas: aber welches Weingut Pfaffmann zeigt, welches Weinglas wann passt, wie Sie es reinigen und wo am besten aufbewahren. Plus: drei Geheimtipps.

In Teil 1 und 2 unserer „Manieren-Miniserie“ haben wir Ihnen verraten, wann Sie Wein am besten schlürfen (und wann nicht), was Sie im Restaurant mit der Serviette anstellen, wie Sie zu Hause für die beste Trinktemperatur sorgen und weshalb es immer auch darauf ankommt, Haltung zu bewahren. Vor allem diesen Punkt bringen wir heute noch einmal auf den Tisch – wie halten Sie Ihre Weingläser beim Spülen, und wie halten sich diese besonders lange? Kommen Sie mit uns ins Spülbecken, unters Geschirrtuch und in den Schrank.

Spülmaschine – ja oder nein?

Nein gilt natürlich vor allem dann, wenn die langstieligen Weingläser gar nicht erst hineinpassen. Nein heißt es aber auch, wenn Sie nicht auf die billigsten Alltagsgläser zurückgreifen – und lange Freude an glänzenden Gläsern haben wollen. Dann ist Handwäsche angesagt, und damit nichts stumpf wird, am besten auch Polieren. So nehmen Ihre Gläser auch bei häufigem Gebrauch keinen Schaden.

Noch einmal, mit Gefühl

Spülen Sie zuerst das Becken selbst aus. Nehmen Sie dann handwarmes Wasser (nicht kalt, nicht zu heiß) und wenige Tropfen mildes Spülmittel. Hände weg von Zitrus, Alkohol, starken Duftstoffen und hautpflegendem Balsam oder Aloe Vera! Tauchen Sie jedes Glas einzeln mehrere Male ins Wasser, ohne ein Spültuch zu verwenden. Dabei halten Sie es am besten am Boden. Wenn Sie viele Gläser reinigen, lassen Sie lauwarmes Wasse nachlaufen oder nehmen Sie zwischendurch frisches, damit die Temperatur für alle Gläser etwa gleich bleibt. Sonst schmeckt die zweite Hälfte womöglich doch nach Spüli …

Noch nicht sauber? Sanftes Wischen mit einem sauberen Mikrofasertuch entfernt auch Lippenstift, Fingerabdrücke oder Fettflecke. Entfernen Sie mit klarem Wasser in der gleichen Temperatur Spülmittelreste gründlich, denn die sorgen sonst mit der Zeit nicht nur für milchigen Schleier, sondern auch für schalen Sekt ohne Prickeln. Und wenn Sie „Spülikaffee“ kennen, wissen Sie: Seifenreste beeinträchtigen auch den Geschmack.

Glattes Glas? Der Schein trügt

Warum das so ist? Glas besitzt Poren, in denen sich Gerüche und feinste Partikel festsetzen können. Im Weinglas haben also Spiritus und Kollegen, am Weinglas grobe oder scheuernde Schwämme oder Tücher nichts zu suchen. Trocknen und polieren Sie anschließend das Glas mit einem Geschirrtuch. Wir empfehlen: Leinen oder Halbleinen, das fusselt nicht und trocknet schlierenfrei.

Kommen wir noch mal kurz zum Anfang und zur Spülmaschine. Es gibt durchaus Weingläser, für die ein „ja“ gilt; das sagt Ihnen der Hersteller. Wichtig dabei: Stellen Sie die Gläser schräg in die Maschine, so, dass sich kein Wasser ablagert und die Gläser nicht zusammenstoßen. Wählen Sie ein Programm, das mit maximal 60°C reinigt; besser sind 40°C. Öffnen Sie die Spülmaschine sofort nach dem Spülgang, damit der Dampf entweichen kann.

In den Schrank, aus dem Schrank

Sie haben’s oben gelesen: In den Poren im Glas setzen sich Geruchs- und
Geschmacksrückstände ab. Vermeiden Sie also besser die Aufbewahrung Ihrer Weingläser in der Küche. Ein sauberer geschlossener Schrank bietet sich an. Und wenn die Gläser länger stehen, spülen Sie sie vor Benutzung kurz unter klarem Wasser ab.

Und welches Glas nehmen Sie für welchen Wein aus dem Schrank? Sagen wir Ihnen. Unabhängig vom Wein ist das beste Glas eher dünnwandig, ungefärbt und ungeschliffen. Die Grundausstattung umfasst Gläser für Weißwein, Rotwein, Sekt und bei Bedarf Dessertwein. Das Weißweinglas darf eher schlank und nach oben verjüngt sein, vollmundiger Rotwein fühlt sich im breiteren Kelch wohl. Generell gilt: Denken Sie an die Oberfläche. In Teil 1 haben wir das schon einmal kurz erklärt, da ging’s ums Schwenken. Je mehr Fläche, desto mehr Sauerstoff, damit sich die Aromen entfalten können. Beim Glas heißt das, je breiter, desto größere Fläche. Ein eher leichter oder junger, tanninarmer Rotwein verfliegt im bauchigen Burgunderkelch viel zu schnell. Genießen Sie diesen lieber aus kleineren schlanken Gläsern. Viel Frucht? Schlanker Kelch. Mehr Volumen? Was für den Wein gilt, stimmt auch fürs Glas.

Beim Weißwein sind junge Frische aus schmalen Gläsern mit eher wenig Volumen fein. Weiße mit mehr Körper freuen sich über mehr Bauch. Schaumwein wiederum ist im hohen Glas prickelnder als in der breiten Schale – dort verfliegt die Kohlensäure sofort und der Sekt wird schnell warm. Dessert- oder Süßwein braucht nur ein kleines Glas. Unabhängig von Wein und Glasform sollten Sie übrigens maximal bis zur breitesten Stelle im Kelch einschenken. So entfaltet sich der ganze Geschmack am besten.

Pfaffmanns Geheimtipps

  • Tipp 1:

Das Glas wird und wird nicht sauber? Rücken Sie hartnäckigen Ablagerungen oder Flecken vorsichtig mit weißem Essig zu Leibe.

  • Tipp 2:

Nennen wir auch Trick 16 für die ganz Peniblen. Halten Sie das Glas über Wasserdampf und polieren Sie dann. Garantiert streifenfrei!

  • Tipp 3:

Nehmen Sie beim Abtrocknen zwei Tücher, eins zum Halten, damit das Glas nicht abbricht, eins zum Trocknen.

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