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Schlagwort: Bio Pfaffmann

Wein zum Grillzeit

Wein und Gegrilltes: Genießen leicht gemacht

Fleisch, Fisch oder Gemüse vom Grill schmecken ganz anders als aus der Pfanne. Das ist aber noch lange kein Grund, nur Bier oder Wasser dazu zu trinken. Wir vom Weingut Pfaffmann zeigen, welche Weine sich besonders für einen genussvollen Grillabend eignen.

Zu einem perfekten Sommer gehören ausgedehnte Grillabende in geselliger Runde einfach dazu. Doch die Zeiten, in denen dabei nur Steak, Bratwurst und Bier aufgetischt wurden, sind längst vorbei – zum Glück. Wir vom Weingut Pfaffmann zeigen, welche Weine sich besonders für einen genussvollen Grillabend eignen.

Intensiver als aus der Pfanne

Eins vorweg: Gegrilltes Fleisch, Gemüse oder gegrillter Fisch schmecken oftmals intensiver als aus der Pfanne. Grund dafür sind Röst- und Raucharomen vom Grill. Das führt dazu, dass Grenzen der Kombination von Wein mit Speisen verschoben werden können, wenn es ums Grillen geht. So kann beispielsweise zu einem gegrillten Hähnchenfilet durchaus ein leichter Rotwein passen. Aber der Reihe nach.

Ein wahrer und zeitloser deutscher Klassiker vom Grill ist die Bratwurst. Ein Bier dazu kann man trinken – muss man aber nicht. Denn gerade wir Pfälzer wissen, dass zur Bratwurst auch wunderbar eine Rieslingschorle passt. Ein junger, frischer und säurebetonter Riesling, dazu das richtige Wasser – fertig ist eine perfekte Pfälzer Kombination. Ein wahrer Allrounder, der zu vielen Gerichten vom Grill passt, ist der Rosé. Warum also nicht mal einen Merlot-Rosé zur Bratwurst probieren?

Klassiker mit Rosé

Ein anderer Klassiker auf deutschen Grills ist das Schweinsteak. Hier hat die Marinade großen Einfluss auf den Geschmack – aber grundsätzlich passen hier ein kräftiger Riesling oder auch ein Chardonnay. Doch auch ein fruchtig-frischer Rosé kann prächtig mit dem zweiten Klassiker vom Grill harmonieren.

Das Grillen eines Rindersteaks ist die Königsdisziplin für jeden Grillmeister. Das edle Stück Fleisch schreit förmlich nach einer passenden Weinbegleitung. Hier würden wir zu einem Wein mit robuster Tanninstruktur raten – wie beispielsweise einem Merlot, am besten aus dem Barrique, zumindest aber aus dem Holzfass. Mit einem Stück Rinderfilet harmoniert auch ein samtiger Spätburgunder prächtig.

Wer es etwas leichter mag und dennoch nicht auf Fleisch verzichten möchte, für den eignet sich Geflügel vom Grill. Das Fleisch erhält auf dem Rost recht schnell ein intensiveres Aroma, als man es aus der Pfanne kennt. Daher passen auch hier ein Rosé, ein Blanc de Noir oder ein Riesling hervorragend. Als passender Begleiter kommt auch ein Chardonnay infrage.

Grauburgunder zu Gemüse

Aber es muss nicht immer nur Fleisch sein, wenn der Grill angeworfen wird. Wie wäre es zum Beispiel mit einer knusprigen Dorade oder einer in Folie gegarten Forelle? Zur gegrillten Dorade kommt bei uns ein kräftiger Riesling, ein Chardonnay oder ein Weißburgunder aus dem Holzfass ins Glas. Zur Forelle, die nicht direkt über dem Feuer gebraten wird, passt dagegen ein Grauburgunder, ein Weißburgunder oder ein Auxerrois. Diese Weine sind auch gute Begleiter zu Gemüse, das vom Grill kommt. Und natürlich geht auch hier ein Rosé…

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Kein Keller? Dann ab unters Bett! (Wie Sie Wein am besten lagern)

Wein lagern, aber wie? Weingut Pfaffmann weiß Rat und sagt, wie sich Weinflaschen in der Wohnung aufbewahren und auch nach Jahren noch prima genießen lassen.

Entschuldigung, dürfen wir mal kurz in Ihr Schlafzimmer? Keine Sorge: Es wird nicht anzüglich. Aber angenehm, das sollte es sein – und zwar für Ihren Wein. Der mag’s nämlich dunkel. Was Sie noch beachten sollten, wenn Sie Wein länger als ein paar Wochen oder Monate lagern wollen? Das sagen wir Ihnen heute.

Bevor wir in Ihr Schlafzimmer gehen, setzen wir uns doch einen Moment in die Küche und plaudern über das, was den Weingeschmack während der Lagerung beeinflusst, was Weinflaschen sich wünschen, wo sie sich wohl fühlen und wo eben nicht.

Immer langsam mit den alten Weinen

Wein ist per se etwas, das Langsamkeit verträgt. Nicht schnell schnell die Flasche auf, ab ins Glas und runter damit. Ganz im Gegenteil und vor allen Dingen bei lange gelagerten Weinen. Der Genuss beginnt schon bei der Auswahl der Flasche, beim Betrachten des Etiketts, beim sanften Streichen der Fingerspitzen über das schon vergilbte Papier … Vielleicht pusten Sie den Staub der Jahre von der Flasche und sind gespannt auf einen sehr besonderen Genuss, auf den Sie sich schon lange freuen.

Dann soll natürlich auch das Erlebnis ein gutes und keine Enttäuschung sein. Bereiten Sie sich und Ihren Wein ein bisschen vor; viel müssen Sie gar nicht tun. Denken Sie daran, Wein ist ein flüchtiges Produkt. Filigrane Aromen, feiner Geschmack, das alles geht schnell verloren oder gerät durcheinander. Lassen Sie uns also über die Lagerung reden.

Klare Sache: Wein mag’s gar nicht kuschelig

Beginnen wir mit dem passenden Ort. Kaum jemand hat einen echten Gewölbe- oder Weinkeller zur freien Verfügung. Neue Häuser werden heute immer öfter ohne Keller gebaut. Und wohin dann mit den Weinvorräten? Eine große Sammlung muss es gar nicht sein, aber auch ein paar Flaschen oder Kisten vom Lieblingswein wollen ein geeignetes Plätzchen haben. Zu wenig für den doch eher teuren Weinklimaschrank, zu viel und zu gut für den Eckschrank? Am besten: kühl und feucht – und damit das exakte Gegenteil von dem, was normale Wohnräume bieten. Kuschelig ist Weinflaschen zuwider, lichtdurchflutetes Ambiente ebenso. Ein dunkler, geruchsneutraler Raum ist ihnen am liebsten, einer, in dem keine Waschmaschine wackelt und kein Trockner poltert. Und bloß nicht neben den Öltanks!

Denn Wein ist extrem empfindlich, was äußere Einflüsse betrifft. Ideal sind etwa 8 bis 12 Grad; ohne Keller funktioniert auch ein kühler Platz ohne größere Temperaturschwankungen in der Wohnung. Das ist oft das Schlafzimmer, das meist auch im Winter kaum oder gar nicht beheizt wird. Unter dem Bett ist ein guter Platz: Hier ist es außerdem lichtgeschützt.

Liegen oder stehen?

Werfen Sie jetzt einen Blick auf den Verschluss: Mit Korken sollten Flaschen, die noch mehrere Jahre auf ihren Genuss warten, am besten liegend aufbewahrt werden. So trocknen die Korken nicht aus; dann nämlich schrumpfen sie und lassen das Ganze undicht werden. Vor allem aber gelangt Sauerstoff in den Wein, das macht ihn schnell ungenießbar. Weinflaschen mit Kunststoff-, Glas- oder Schraubverschlüssen lassen sich problemlos auch über einen langen Zeitraum aufrecht stehend lagern. Mehrere Jahre, damit meinen wir drei, vier oder (viel) mehr. Für ein, zwei Jahre können Sie die Flaschen auch mit Korken bedenkenlos stellen.

Aber welche Weine eignen sich überhaupt für die Lagerung? Die Basis- oder Tischweine eher nicht. Diese sind zum sofort Trinken gemacht und schon so produziert, dass sie direkt ins Glas können. Generell gilt: Je mehr Alkohol, Süße, Säure und Gerbstoffe, desto länger ist der Wein haltbar. Edelsüße Spezialitäten lassen sich gut 20 Jahre oder länger aufbewahren, trockene Weine im Premiumbereich schaffen bei optimaler Lagerung bis zu zehn Jahre. Säurebetont Tropfen wie Riesling halten noch etwas länger. Sekt wiederum schmeckt frisch am besten. Unseren Winzersekt können Sie aber auch sorglos zwei Jahre aufbewahren und ohne Geschmacksverlust genießen.

Eine Runde ausruhen, bitte

Lassen Sie den frisch gekauften Wein zu Hause ein paar Tage zur Ruhe kommen, unabhängig davon, ob Sie ihn länger lagern oder schon bald einschenken wollen. Übrigens müssen Sie den Wein gar nicht unbedingt selbst lagern. Vielleicht gibt es in Ihrer Nähe einen Mietweinkeller? Gerade in Ballungsräumen wird diese schlaue Idee immer beliebter. Oder Sie schenken einen (zur Lagerung geeigneten) Wein zu besonderen Ereignissen wie zur Geburt (toll: zum 18. öffnen und genießen) oder zur Hochzeit.

Tipps und Tricks zur Weinlagerung auf einen Blick

Unbedingt:

  • dunkel
  • gleichbleibend kühl
  • liegend (wenn mit Korken verschlossen)

Wenn möglich:

  • feucht (bei Bedarf hilft ein Eimer Wasser im Raum)
  • 8 bis 12°C
  • erschütterungsfrei
  • geruchsneutral
  • nicht in Kartons (Klebstoff & Co. beeinträchtigen)

Faustregel:

  • Rotwein hält sich meist länger als Weißwein
  • hochwertiger Wein lagert sich besser als einfache Qualitäten

Unsere Anregungen:

  • Gut lagerbaren Wein zu Geburt oder Hochzeit schenken
  • Mehrere Flaschen kaufen und lagern, in größeren Abständen trinken und vergleichen
  • Schreiben Sie Verkostungsnotizen, dann fällt das Vergleichen leichter

Und, welchen Biowein wollen Sie unterm Bett?


Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob sich Ihr Lieblingswein lagern lässt: Fragen Sie uns. Wir finden gemeinsam Ihren Favoriten, der es sich unterm Bett die nächsten Jahre gemütlich macht.

Wein verstehen mit Weingut Pfaffmann, Teil 3: mit Haltung

Wein im Glas: aber welches Weingut Pfaffmann zeigt, welches Weinglas wann passt, wie Sie es reinigen und wo am besten aufbewahren. Plus: drei Geheimtipps.

In Teil 1 und 2 unserer „Manieren-Miniserie“ haben wir Ihnen verraten, wann Sie Wein am besten schlürfen (und wann nicht), was Sie im Restaurant mit der Serviette anstellen, wie Sie zu Hause für die beste Trinktemperatur sorgen und weshalb es immer auch darauf ankommt, Haltung zu bewahren. Vor allem diesen Punkt bringen wir heute noch einmal auf den Tisch – wie halten Sie Ihre Weingläser beim Spülen, und wie halten sich diese besonders lange? Kommen Sie mit uns ins Spülbecken, unters Geschirrtuch und in den Schrank.

Spülmaschine – ja oder nein?

Nein gilt natürlich vor allem dann, wenn die langstieligen Weingläser gar nicht erst hineinpassen. Nein heißt es aber auch, wenn Sie nicht auf die billigsten Alltagsgläser zurückgreifen – und lange Freude an glänzenden Gläsern haben wollen. Dann ist Handwäsche angesagt, und damit nichts stumpf wird, am besten auch Polieren. So nehmen Ihre Gläser auch bei häufigem Gebrauch keinen Schaden.

Noch einmal, mit Gefühl

Spülen Sie zuerst das Becken selbst aus. Nehmen Sie dann handwarmes Wasser (nicht kalt, nicht zu heiß) und wenige Tropfen mildes Spülmittel. Hände weg von Zitrus, Alkohol, starken Duftstoffen und hautpflegendem Balsam oder Aloe Vera! Tauchen Sie jedes Glas einzeln mehrere Male ins Wasser, ohne ein Spültuch zu verwenden. Dabei halten Sie es am besten am Boden. Wenn Sie viele Gläser reinigen, lassen Sie lauwarmes Wasse nachlaufen oder nehmen Sie zwischendurch frisches, damit die Temperatur für alle Gläser etwa gleich bleibt. Sonst schmeckt die zweite Hälfte womöglich doch nach Spüli …

Noch nicht sauber? Sanftes Wischen mit einem sauberen Mikrofasertuch entfernt auch Lippenstift, Fingerabdrücke oder Fettflecke. Entfernen Sie mit klarem Wasser in der gleichen Temperatur Spülmittelreste gründlich, denn die sorgen sonst mit der Zeit nicht nur für milchigen Schleier, sondern auch für schalen Sekt ohne Prickeln. Und wenn Sie „Spülikaffee“ kennen, wissen Sie: Seifenreste beeinträchtigen auch den Geschmack.

Glattes Glas? Der Schein trügt

Warum das so ist? Glas besitzt Poren, in denen sich Gerüche und feinste Partikel festsetzen können. Im Weinglas haben also Spiritus und Kollegen, am Weinglas grobe oder scheuernde Schwämme oder Tücher nichts zu suchen. Trocknen und polieren Sie anschließend das Glas mit einem Geschirrtuch. Wir empfehlen: Leinen oder Halbleinen, das fusselt nicht und trocknet schlierenfrei.

Kommen wir noch mal kurz zum Anfang und zur Spülmaschine. Es gibt durchaus Weingläser, für die ein „ja“ gilt; das sagt Ihnen der Hersteller. Wichtig dabei: Stellen Sie die Gläser schräg in die Maschine, so, dass sich kein Wasser ablagert und die Gläser nicht zusammenstoßen. Wählen Sie ein Programm, das mit maximal 60°C reinigt; besser sind 40°C. Öffnen Sie die Spülmaschine sofort nach dem Spülgang, damit der Dampf entweichen kann.

In den Schrank, aus dem Schrank

Sie haben’s oben gelesen: In den Poren im Glas setzen sich Geruchs- und
Geschmacksrückstände ab. Vermeiden Sie also besser die Aufbewahrung Ihrer Weingläser in der Küche. Ein sauberer geschlossener Schrank bietet sich an. Und wenn die Gläser länger stehen, spülen Sie sie vor Benutzung kurz unter klarem Wasser ab.

Und welches Glas nehmen Sie für welchen Wein aus dem Schrank? Sagen wir Ihnen. Unabhängig vom Wein ist das beste Glas eher dünnwandig, ungefärbt und ungeschliffen. Die Grundausstattung umfasst Gläser für Weißwein, Rotwein, Sekt und bei Bedarf Dessertwein. Das Weißweinglas darf eher schlank und nach oben verjüngt sein, vollmundiger Rotwein fühlt sich im breiteren Kelch wohl. Generell gilt: Denken Sie an die Oberfläche. In Teil 1 haben wir das schon einmal kurz erklärt, da ging’s ums Schwenken. Je mehr Fläche, desto mehr Sauerstoff, damit sich die Aromen entfalten können. Beim Glas heißt das, je breiter, desto größere Fläche. Ein eher leichter oder junger, tanninarmer Rotwein verfliegt im bauchigen Burgunderkelch viel zu schnell. Genießen Sie diesen lieber aus kleineren schlanken Gläsern. Viel Frucht? Schlanker Kelch. Mehr Volumen? Was für den Wein gilt, stimmt auch fürs Glas.

Beim Weißwein sind junge Frische aus schmalen Gläsern mit eher wenig Volumen fein. Weiße mit mehr Körper freuen sich über mehr Bauch. Schaumwein wiederum ist im hohen Glas prickelnder als in der breiten Schale – dort verfliegt die Kohlensäure sofort und der Sekt wird schnell warm. Dessert- oder Süßwein braucht nur ein kleines Glas. Unabhängig von Wein und Glasform sollten Sie übrigens maximal bis zur breitesten Stelle im Kelch einschenken. So entfaltet sich der ganze Geschmack am besten.

Pfaffmanns Geheimtipps

  • Tipp 1:

Das Glas wird und wird nicht sauber? Rücken Sie hartnäckigen Ablagerungen oder Flecken vorsichtig mit weißem Essig zu Leibe.

  • Tipp 2:

Nennen wir auch Trick 16 für die ganz Peniblen. Halten Sie das Glas über Wasserdampf und polieren Sie dann. Garantiert streifenfrei!

  • Tipp 3:

Nehmen Sie beim Abtrocknen zwei Tücher, eins zum Halten, damit das Glas nicht abbricht, eins zum Trocknen.

Wein verstehen mit Weingut Pfaffmann, Teil 2: zu Hause

Wein zu Hause: Pfaffmann zeigt, wie Sie die Weinflasche öffnen, die perfekte Weintemperatur finden, Wein trinken und den Abend auch als Gastgeber genießen.

Den ersten Schluck einer Flasche Wein fachmännisch probieren? Können beziehungsweise sollten Sie auch privat. Dieser Probierschluck dient vor allem dem Test der Temperatur und der rechtzeitigen Entlarvung von eventuellen Weinfehlern. Nasser Hund, Kork, Sie wissen schon. Riecht nicht gut, schmeckt zum Abgewöhnen. Wenn alles passt: Schenken Sie ein.

Ganz korrekt erst allen Damen am Tisch, dann den Herren, zuletzt sich selbst. Und bitte nicht randvoll – Ihr Wein wünscht sich Sauerstoff. Außerdem lässt sich dann das Glas besser halten und zum Mund führen. Und das Schlürfen? In Teil 1 unserer „Manieren-Miniserie“ hier auf dem Blog vom Weingut Pfaffmann haben wir schon darüber gesprochen, dass das im Restaurant nicht angebracht ist. Zu Hause unter Gästen kommt es darauf an: Wie vertraut sind sich die Anwesenden? Und, viel wichtiger: Haben Sie zu einer kleinen privaten Weinprobe geladen, oder zum großen Menü? Wer in feierlicher Stimmung und festlicher Atmosphäre Feines zu sich nimmt, fühlt sich ohne Geräusche beim Essen und Trinken wohler. Hier stehen Gäste und Genuss im Fokus.

Wenn Sie dagegen mehrere gute Tropfen servieren und sich mit den verschiedenen Weinen beschäftigen: Schlürfen Sie! Damit meinen wir die Konzentration auf alle Aromen, und dazu gehören noch ein paar mehr “sch”: Schauen (Farbe, Verlauf), Schwenken (auch das haben wir in Teil 1 bereits beleuchtet), schnüffeln (na gut, etwas flapsig für das Erlebnis mit der Nase), schlürfen (dazu gleich mehr), schmecken. Das alles hat übrigens nichts mit Affektiertheit zu tun, im Gegenteil. Wein, wie auch unser Biowein von Pfaffmann, ist ein Naturprodukt, in liebevoller Handarbeit entstanden. Viele Menschen machen sich Gedanken darüber, was in Ihrem Glas landen soll. Da lohnt sich das genauere Hingucken, Riechen, Erleben – und zeigt nicht zuletzt auch einen gewissen Respekt vor Natur und Weinmachern.

Sie dürfen schlürfen

Jetzt aber! Jetzt dürfen Sie schlürfen. Oder besser: erkunden. Sehen Sie das Schlürfen eher als Kauen, als Ertasten des Getränks in Ihrem Mund. Weich, samtig, seidig? Ölig, trocken, holzig? Die Zunge nimmt die Geschmacksrichtungen an unterschiedlichen Stellen wahr; sorgen Sie dafür, dass Ihr Schluck Wein wirklich überall hin gelangt. Und jetzt kommt der Trick für die oft zitierte Aromenexplosion: Ziehen Sie durch die leicht geöffneten Lippen etwas Luft in den Mund, kauen Sie noch einmal – und staunen Sie. Das Prinzip ist ähnlich wie beim Schwenken, Sie bringen den Wein mit mehr Sauerstoff in Verbindung und helfen ihm, alle Nuancen seiner Aromen zu entfalten. Ob Sie dann schlucken oder spucken, bleibt Ihnen überlassen. Falls Sie spucken: Das ist bei einer Weinprobe völlig legitim, nutzen Sie nur bitte das bereit gestellte Gefäß.

Weich, samtig, seidig? Ölig, trocken, holzig?
Weich, samtig, seidig? Ölig, trocken, holzig?

Haben Sie tatsächlich zu einer reinen Weinverkostung eingeladen, servieren Sie dazu Wasser und trockenes Weißbrot. Klingt karg, ist aber die beste Methode, um die Geschmacksnerven wieder zu neutralisieren.

Wie warm oder kalt ist Raumtemperatur?

Nehmen sie Weißwein, den Sie zu Hause servieren, rechtzeitig aus dem Kühlschrank, aber nicht zu früh. Als Daumenregel gilt: Schaumwein auf 6 bis maximal 8 Grad herunterkühlen, frische Weißweine auf 8 bis 10 Grad, würzige Weiße und Rosé mögen 9 bis 12 Grad. Leichte Rotweine vertragen 12 bis 15 Grad, die kräftigen Kollegen 15 bis 17 Grad – und nicht etwa “Raumtemperatur”. Dieses Maß stammt noch aus Zeiten nicht überheizter Räume.

Perfekt: noch Platz unter der Kellertreppe

Lagern Sie Weinflaschen über längere Zeit am kühlsten Ort in Wohnung oder Haus, dunkel und gern feucht. Zur Orientierung: 8 bis 12°C sollten es sein, möglichst konstant. Hinlegen? Muss nicht sein. Der Verschluss mit Longcap, wie wir sie hier in Walsheim für unseren Biowein verwenden, eliminiert das Risiko der angeblichen Austrocknung. Und die offene Flasche? Sie wissen ja jetzt: Sauerstoff verändert den Wein. Das gilt auch für angebrochene Flaschen. Genießen Sie Ihren Wein also am besten noch am gleichen Tag. Schaffen Sie das nicht, verschließen Sie sie schnellstmöglich und bewahren Sie sie kühl und im Stehen auf. Ja, auch den Rotwein. Denn stehend wird die Fläche kleiner, da sind wir wieder beim Sauerstoff. Rotweine halten sich etwa drei bis fünf Tage im Kühlschrank, Weiße und Rosé etwas kürzer.


Lagern Sie Weinflaschen über längere Zeit am kühlsten Ort in Wohnung oder Haus, dunkel und gern feucht

Temperaturen, Tipps, Last-Minute-Tricks

  • Auf die Flasche

Keinen Korkenzieher zur Hand? Mit Biowein von Pfaffmann sind Sie jederzeit besuchsbereit. Wir verwenden einen Longcap-Schraubverschluss, mit dem das Öffnen ganz einfach gelingt und die Qualität nicht beeinträchtigt wird.

  • Auf Ihre Gäste

Hatten wir in Teil 1 bereits, wiederholen wir aber gern: Auch zu Hause halten Sie das Glas ausschließlich am Stiel. Hält Temperatur und Glas fit und fettfrei. Und klingt schöner.

  • Auf jeden Fall

Erste Regel: Wein zu Hause soll – bei allen Richtlinien – vor allem schmecken.

  • Auf und davon

Offene Flasche? Aroma adé! Zumindest, wenn Sie den angebrochenen Wein nicht schnell verschließen und in den Kühlschrank stellen. Und das auch nur maximal fünf Tage.

  • Aufgepasst

Kühlfix für Vergessliche: Wenn Sie den Wein nicht (rechtzeitig) in den Kühlschrank gestellt haben, keine Panik. Geben Sie die Flasche in eine große Schale, viel Eis dazu, eine Handvoll Salz drüber. Bewegen Sie die Flasche leicht im Eis.

Im dritten und letzten Teil unserer Miniserie zu Weinmanieren stoßen wir an und sprechen über das passende Glas. Bis dahin: Auf Ihr Wohl!

Wein verstehen mit Weingut Pfaffmann, Teil 1: im Restaurant

Wein und Restaurants: Weingut Pfaffmann verrät, wie Sie Rotwein, Weißwein und Rosé in Gesellschaft entspannt genießen und typische Fettnäpfchen vermeiden.

Manche Menschen haben Angst vor Wein. Oder sagen wir: Respekt. Und ein wenig Sorge, wie sie denn mit der Flasche und ihrem Verschluss, mit dem Wein im Glas und anschließend irgendwie auch im Mund umgehen sollen. Schwenken und schlürfen, oder lieber nicht? Und wenn ja – warum? Man will sich keine Blöße geben, nicht wahr? Wir sagen: Locker bleiben.

Wein ist zum Freuen da, nicht zum Fürchten. Und damit Sie jeden Tropfen hundertprozentig genießen können, geben wir Ihnen in einer dreiteiligen „Manieren-Miniserie“ hier im Pfaffmann-Blog ein paar Tipps und Tricks an die Hand. Zum besseren Verstehen von Rotwein, Weißwein und Rosé im
Restaurant, zu Hause und mit extra Blick ins beziehungsweise auf das passende Glas. Haben Sie Lust, sich ein bisschen intensiver mit dem wunderbaren Produkt Wein zu beschäftigen? Dann auf zum Schmökern, Schwenken, Schlürfen. Im heutigen ersten Teil nehmen wir Sie mit ins
Restaurant.

Platz nehmen und Stiel halten

Bestellt, probiert, gefällt? Warten Sie mit dem Trinken noch einen Moment. Erst wird angestoßen. Oder nicht? Oder wie, und wer zuerst? Wenn Sie nicht selbst bezahlen, warten Sie auf das Signal des Einladenden. Ansonsten spielt die Reihenfolge keine Rolle, prosten Sie dann ganz nach Gusto. Apropos Gusto: Tun Sie sich und Ihrem Wein den Gefallen und halten Sie Ihr Weinglas ausschließlich am Stiel, nicht am Kelch. Es sei denn, Ihr Rotwein ist zu kalt. Denn Körperwärme strahlt auf den Wein ab; der wird dann schnell (zu) warm. Berührung hinterlässt außerdem unweigerlich unschöne Spuren. Für mehr Wohlgefühl am Tisch sind ein frisches Getränk und ein sauberes Glas angenehmer. Bevor Sie den ersten Schluck nehmen, können Sie dem Wein noch etwas Luft gönnen. Ja, jetzt kommt das Schwenken – aber bitte mit Vorsicht. Hier geht’s nicht ums Cocktailmixen, auch nicht um Attitüde, sondern darum, dem Wein im Glas etwas mehr Oberfläche und damit mehr Kontakt zu Sauerstoff zu verschaffen. So können sich die Aromen besser entfalten, außerdem nehmen Sie alle Nuancen mit der Nase besser auf, wenn sich der Wein auch an den Glaswänden verteilt hat. Besonders Geübte erkennen an den Schlieren, den sogenannten „Kirchenfenstern“ (ernsthaft!), sogar den Alkoholgehalt.

Erheben wir das Glas – aber wie?

Heben Sie zum Trinken den Arm an und führen Sie das Glas zum Mund. Klingt banal? Ist es aber nicht. Viel zu oft bleiben die Ellbogen auf dem Tisch (Herr Knigge schüttelt den Kopf). Wenn der Wein schließlich die Lippen und den Gaumen berührt, noch nicht schlucken, sondern kurz mit
der Zunge hin und her bewegen. So kosten Sie im wahrsten Sinn des Wortes den Moment und vor allem den Wein mit all seinen Aromen voll aus. Tipp: Halten Sie den Mund dabei geschlossen.

Und wann wird geschlürft? Wir gehen im zweiten Teil unserer Serie noch einmal genauer darauf ein, warum zur Weinprobe Schlürfen durchaus angebracht ist. Im Restaurant allerdings, auch mit Rücksicht auf die anderen Gäste, wird er nur sanft und lautlos zwischen den Lippen eingesogen.

„Frollein, mehr Wein!“

Mit leerem Mund trinkt sich’s übrigens besser und weniger fleckenreich. (Auch) an die Lippenstift tragenden Gäste: Einfach kurz an der Serviette abtupfen. Die Farbe können Sie später am Abend (und bitte nicht am Tisch) auffrischen, Ihr Glas nur bei Neubestellung. Ganz abgesehen von unappetitlichen Spuren auf dem Glas macht Wein mehr Spaß, wenn Sie ihn mit allen Sinnen trinken, also auch die Farbe wahrnehmen. Damit genug zum Wahrnehmen da ist, vertrauen Sie einfach dem Servicepersonal, das mit Auge und Händchen für angemessenen Nachschub sorgt. Sie brauchen dafür nicht lauthals zu rufen, meist erkennen die geübten Fachkräfte die Situation mit einem Blick. Und wenn nicht, reicht ein kurzer Blickkontakt.

Was, wenn zwischen den Gängen der Wein gewechselt wird? Lassen Sie übrig gebliebene Reste stehen. Hier hat jemand mit Sinn und Feingefühl passende Tropfen zum Teller gewählt – und Sie kommen nicht in die Verlegenheit, ein halb volles Glas noch schnell herunterzustürzen.

Auf einen Schluck

  • Okay

Sie wollen lieber bei einer Sorte Wein bleiben? Sagen Sie’s einfach. Gastgeber und Sommelier werden das respektieren.

  • Olé!

Anstoßen gern, aber bitte mit der Hand am Stiel und nicht zu schwungvoll. Gilt auch fürs Schwenken: bitte mit Gefühl.

  • Oh weh …

Fettflecken oder Farbe auf dem Glasrand? Besser vorher die Lippen kurz an der Serviette abtupfen oder am besten zum Essen gar keine Farbe auflegen.

  • Oh je.

Sie wissen nicht so recht …? Fragen Sie. Gastgeber, Sommelier & Co. beantworten Ihnen gern, was Sie zum Wein wissen wollen.

  • Oh ja.

Schmeckt’s? Schön. Keine Sorge, das Servicepersonal kümmert sich um Ihr nicht leeres Glas, so lange Sie nicht abwinken.

  • Oho!

Bitte nicht nach „Ober“ oder „Fräulein“ rufen. Blickkontakt tut’s auch, oder ein „Entschuldigung“.Und beim Gehen gern ein „Danke“ da lassen, das freut alle, die Ihnen einen hoffentlich gelungenen Besuch bereitet haben.

Biene auf Blüte von Wildlavendel

Bio ist Philosophie, nicht Strategie

Vier Ziffern und drei Buchstaben: Warum 1616 und Bio so gut zusammenpassen und was der Weg zum Bioland-Betrieb mit sich gebracht hat.

Stellen Sie sich einen kleinen, feinen Hofladen vor: mit Produkten, die so aussehen, duften, schmecken wie sie sollen. Naturnah, naturbelassen, natürlich gut. Die Verkäuferin, der Verkäufer im Hofladen – sie sind diejenigen, die Ihnen mit dem Handschlag zur Begrüßung ein Versprechen geben. Das Versprechen, hier wirklich Gutes zu bekommen. Lebensmittel, die ohne Zusatzstoffe oder Düngemittel auskommen. Aus gesundem Boden, von Menschen geerntet und angeboten, die mit Wertschätzung und Fingerspitzengefühl, mit einem Händchen für Hervorragendes und dem Sinn für Qualität ans Werk gehen. Und jetzt stellen Sie sich vor, dieser Hofladen ist kein kleiner Laden, sondern ein Verband aus Betrieben, die allesamt diese Einstellung teilen. Zu einem solchen Verband hat sich Bioland entwickelt, mit breitem Spektrum, mit kleinen, aber eben auch größeren Vertretern. Dass 1616 Pfaffmann als ganz großer Betrieb mit 400 Jahren Erfahrung und ganz anderer Perspektive mit an Bord sein kann, dafür hat Gustav Pfaffmann gekämpft. Der Weg zum Bioland-Betrieb war steinig, aber erfolgreich; alle Beteiligten sind ihn gemeinsam gegangen. Das Weingut hat Überzeugungsarbeit geleistet, mutige Entscheidungen getroffen und die Umstellung konsequent durchgezogen. Mit das wichtigste Argument: die Menschen, die vom Weingut Pfaffmann und den 1616-Produkten angesprochen werden. Ein viel breiteres Publikum als bei vergleichsweise kleinen Betrieben, eine riesige Zielgruppe, eine Wertegemeinschaft, die „Bio“ zur Grundvoraussetzung macht – und die in dieser Dimension im Lebensmitteleinzelhandel anzutreffen ist. Anders gesagt: Diese Menschen wollen Bio, und sie suchen danach im Supermarkt.

Dass Sie Pfaffmann-Weine mit Bioland-Siegel dort finden, ist gemeinschaftlicher Verdienst von Bioland und 1616 Pfaffmann als Partner auf Augenhöhe. Pfaffmanns Plädoyer für das Weingut und völlig neue Möglichkeiten im Verband hat gefruchtet: Bioland hat erkannt, welches Potenzial – und vor allem, welche Philosophie – hinter und in allem steckt, was in Walsheim passiert. 2013 kam das Ja, und es kam die komplette Umstellung: 1616 Pfaffmann wurde zertifizierter Bioland-Betrieb.

“Drei Buchstaben für ein Lebensgefühl”

Die blühende Weinbergszeile, eingezäunt
von saftig, grünen Weinreben.

Nun wird man Bioland-Betrieb nicht einfach so. Erst recht nicht, wenn man Pfaffmann heißt und 160 ha bewirtschaftet. Eine Hälfte Bio, eine nicht? Unmöglich. Und auch nicht das, was dem Selbstverständnis von Pfaffmann entspricht. Halbherzig gibt es nicht, hier in Walsheim. Die Devise: ganz oder gar nicht. 1616 Pfaffmann hat sich für ersteres entschieden. Nicht erst seit den Bioland-Bestrebungen, und nicht etwa nur für das Siegel, sondern aus tiefstem Herzen und weil diese drei Buchstaben, “Bio”, für die Einstellung der gesamten Weingutsfamilie stehen. Warum überhaupt Bioland? Weil dieser Verband sehr breit aufgestellt ist. Hier wird die komplette Landwirtschaft berücksichtigt, vom Apfel bis zum Wein, von der Milch über die Butter bis zum Käse – Pfaffmann’sche Biohefe übrigens geht auch an eine ebenfalls Bioland zertifizierte Käserei, um ein ganz praktisches Beispiel der einzigartigen Vielfalt zu nennen. So haben Verbraucher Bioland oft in der Hand und das bekannte grün-weiße Siegel vor Augen. Und noch etwas haben sie damit: die Sicherheit, mit Bioland-Produkten etwas zu kaufen, das ihrem Wunsch nach biologischer Herstellung entspricht. Im Falle von Pfaffmann: von der Traube über die Abfüllung bis zu Vertrieb und Zulieferern. Für diese Sicherheit sorgt die nötige Zertifizierung; jedes Jahr aufs Neue. Private Prüfstellen testen unangemeldet, ob der Betrieb den Anforderungen bis ins Detail gerecht wird. Die Verantwortung wird also auf eine Vielzahl von Schultern verteilt, und sie wird von außen mit größter Sorgfalt wahrgenommen. Pfaffmann selbst nimmt die eigenen Kontrollen mindestens genauso ernst und betreibt das eigene Qualitätsmanagement noch schärfer als es die ohnehin strenge externe Bioland-Zertifizierung mit sich bringt.

“Gekommen, um zu bleiben”

Das war 2013. Und jetzt, fünf Jahre später? “Wird unsere Mitgliedschaft sehr positiv gesehen. Wir entwickeln uns gemeinsam weiter. Es geht voran!” Gustav Pfaffmann blickt positiv auf Gegenwart und Zukunft. Zum Beispiel auch in Sachen Sichtbarkeit: “Wenn sich Weinfreunde vor dem Regal für Bio entscheiden wollen, dann sollen sie sofort sehen, dass sie das mit jeder 1616-Flasche bekommen.” Sprach’s – und packte das Bioland-Siegel nach oben auf die Kappe. Dabei geht es um viel mehr als nur darum, Bio auf die Flasche zu schreiben. Um was genau? Die oben erwähnte Sicherheit. Und die Überzeugung, dass konventionelle Herstellung und Vermarktung längst nicht mehr hinnehmbar sind. Die Umstellung auf Bio, sie war keine Frage des „ob“, sondern des „wann“. Wer mit Gustav Pfaffmann darüber spricht, versteht Weinbau heute, Bio und vor allen Dingen, was es bedeutet, sich für Natur- und Umweltschutz einzusetzen und die Auswirkungen des eigenen Handelns auf Erde und Produkte pausenlos im Blick zu behalten.

Dass Bio auch als Verkaufsargument gilt, klingt aus seinem Mund nicht wie inhaltsleeres Marketing, sondern nach den Worten eines klugen Weinfachmanns, der weiß, was sich Weinfreunde wünschen und was die

Nicht nur Schmetterlinge fühlen
sich in unseren Weinbergen wohl …
Unsere Blühmischungen schenken
vielen Tieren ein schönes zu Hause.

Natur unbedingt braucht. Einem, der die Uhrzeit am Sonnenstand abliest, der Vögel und Pflanzen genau kennt und sich als grünen Fachmann bezeichnet, nimmt man die zentrale Bedeutung des Natur-Pur-Konzepts ab. Es ist eben kein Konzept, keine Strategie, sondern Philosophie von Pfaffmann. Sein Wissen über einwandfreie Produktionstechnik will Pfaffmann weitergeben. Möglichst viele Praktikanten und Auszubildende sollen sehen und verstehen, lernen und erfahren, was es heißt, in Zeiten des Klimawandels Wein anzubauen. So, dass auch in Zukunft nicht das reine Reagieren, sondern im Einklang mit der Natur zu agieren im Mittelpunkt steht.

“Bio? Kann man nicht schmecken. Aber erleben.”

Was unterscheidet den Bio-Boden vom herkömmlich bewirtschafteten? Er

Wunderschöne Weintrauben mit viel Liebe gehegt und gepflegt, um zu zauberhaftem Wein zu reifen.

wird anders, gesünder. Käfer, Regenwürmer & Co. kommen zuhauf, die Insekten wiederum dienen als Futter – und werden nicht etwa bekämpft, sondern bestärkt. Darin, sich hier wohl zu fühlen. Zu bleiben. Die Pflanze härtet sich selbst ab und trotzt, von innen heraus gestärkt, Schädlingen. Klingt logisch, ist aber noch längst nicht im allgemeinen Bewusstsein verankert. Spritzmittel? Besteht bei Pfaffmann ausschließlich aus natürlichen Stoffen wie Ackerschachtelhalm oder Brennnessel, “und das bitte nicht im Zehnliter-, sondern im Mehrwegbehälter.” Klar, zehn Liter, damit kommen die Pfaffmänner und -frauen nicht weit – und lehnen Plastik sowieso ab. Was die Bio-Veteranen vor Jahrzehnten noch selbst gepflückt und mühsam verarbeitet haben, ist heute zum Glück in großen Mengen zur Hand; ebenfalls zertifiziert. Und es hört nicht beim Boden oder Düngerverzicht auf, im Gegenteil. Auch Maschinen lassen sich in energieeffizienter Version anschaffen, und sie laufen auf Pfaffmanns Flächen nur gezielt. Pferde? “Setzen wir heute keine mehr ein, aber Maschinen eben auch nur, wenn es sein muss.”

Vollständige Wertschöpfungskette, Bio durch und durch. Da ist Gustav Pfaffmann gern missionarisch unterwegs. Sein Appell an junge Önologen: ein stärkeres Bewusstsein für die Natur entwickeln, Angst vor der Umstellung auf Bio abbauen, für Aufklärung beim Verbraucher eintreten. Auch deshalb ist das Weingut Mitglied im NABU und Partnerbetrieb Naturschutz, veranstaltet Erlebniswandertage für Kinder. Die ganze Familie bewegt sich ökologisch und lebt Bio. “Es braucht viel Fachwissen und noch mehr Engagement, sonst hat der Großbetrieb keine Chance” sagt Gustav Pfaffmann, der grüne Fachmann. Wenn jemand “Bio” begeistert und motiviert anpackt, dann sind es die Menschen hier. Das beweist das Bioland-Siegel auf jeder Flasche, und das bestätigen jedes Wort und alle Projekte mit Absender 1616 Pfaffmann.