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Schlagwort: Bio Pfaffmann

Wein verstehen mit Weingut Pfaffmann, Teil 2: zu Hause

Wein zu Hause: Pfaffmann zeigt, wie Sie die Weinflasche öffnen, die perfekte Weintemperatur finden, Wein trinken und den Abend auch als Gastgeber genießen.

Den ersten Schluck einer Flasche Wein fachmännisch probieren? Können beziehungsweise sollten Sie auch privat. Dieser Probierschluck dient vor allem dem Test der Temperatur und der rechtzeitigen Entlarvung von eventuellen Weinfehlern. Nasser Hund, Kork, Sie wissen schon. Riecht nicht gut, schmeckt zum Abgewöhnen. Wenn alles passt: Schenken Sie ein.

Ganz korrekt erst allen Damen am Tisch, dann den Herren, zuletzt sich selbst. Und bitte nicht randvoll – Ihr Wein wünscht sich Sauerstoff. Außerdem lässt sich dann das Glas besser halten und zum Mund führen. Und das Schlürfen? In Teil 1 unserer „Manieren-Miniserie“ hier auf dem Blog vom Weingut Pfaffmann haben wir schon darüber gesprochen, dass das im Restaurant nicht angebracht ist. Zu Hause unter Gästen kommt es darauf an: Wie vertraut sind sich die Anwesenden? Und, viel wichtiger: Haben Sie zu einer kleinen privaten Weinprobe geladen, oder zum großen Menü? Wer in feierlicher Stimmung und festlicher Atmosphäre Feines zu sich nimmt, fühlt sich ohne Geräusche beim Essen und Trinken wohler. Hier stehen Gäste und Genuss im Fokus.

Wenn Sie dagegen mehrere gute Tropfen servieren und sich mit den verschiedenen Weinen beschäftigen: Schlürfen Sie! Damit meinen wir die Konzentration auf alle Aromen, und dazu gehören noch ein paar mehr “sch”: Schauen (Farbe, Verlauf), Schwenken (auch das haben wir in Teil 1 bereits beleuchtet), schnüffeln (na gut, etwas flapsig für das Erlebnis mit der Nase), schlürfen (dazu gleich mehr), schmecken. Das alles hat übrigens nichts mit Affektiertheit zu tun, im Gegenteil. Wein, wie auch unser Biowein von Pfaffmann, ist ein Naturprodukt, in liebevoller Handarbeit entstanden. Viele Menschen machen sich Gedanken darüber, was in Ihrem Glas landen soll. Da lohnt sich das genauere Hingucken, Riechen, Erleben – und zeigt nicht zuletzt auch einen gewissen Respekt vor Natur und Weinmachern.

Sie dürfen schlürfen

Jetzt aber! Jetzt dürfen Sie schlürfen. Oder besser: erkunden. Sehen Sie das Schlürfen eher als Kauen, als Ertasten des Getränks in Ihrem Mund. Weich, samtig, seidig? Ölig, trocken, holzig? Die Zunge nimmt die Geschmacksrichtungen an unterschiedlichen Stellen wahr; sorgen Sie dafür, dass Ihr Schluck Wein wirklich überall hin gelangt. Und jetzt kommt der Trick für die oft zitierte Aromenexplosion: Ziehen Sie durch die leicht geöffneten Lippen etwas Luft in den Mund, kauen Sie noch einmal – und staunen Sie. Das Prinzip ist ähnlich wie beim Schwenken, Sie bringen den Wein mit mehr Sauerstoff in Verbindung und helfen ihm, alle Nuancen seiner Aromen zu entfalten. Ob Sie dann schlucken oder spucken, bleibt Ihnen überlassen. Falls Sie spucken: Das ist bei einer Weinprobe völlig legitim, nutzen Sie nur bitte das bereit gestellte Gefäß.

Weich, samtig, seidig? Ölig, trocken, holzig?
Weich, samtig, seidig? Ölig, trocken, holzig?

Haben Sie tatsächlich zu einer reinen Weinverkostung eingeladen, servieren Sie dazu Wasser und trockenes Weißbrot. Klingt karg, ist aber die beste Methode, um die Geschmacksnerven wieder zu neutralisieren.

Wie warm oder kalt ist Raumtemperatur?

Nehmen sie Weißwein, den Sie zu Hause servieren, rechtzeitig aus dem Kühlschrank, aber nicht zu früh. Als Daumenregel gilt: Schaumwein auf 6 bis maximal 8 Grad herunterkühlen, frische Weißweine auf 8 bis 10 Grad, würzige Weiße und Rosé mögen 9 bis 12 Grad. Leichte Rotweine vertragen 12 bis 15 Grad, die kräftigen Kollegen 15 bis 17 Grad – und nicht etwa “Raumtemperatur”. Dieses Maß stammt noch aus Zeiten nicht überheizter Räume.

Perfekt: noch Platz unter der Kellertreppe

Lagern Sie Weinflaschen über längere Zeit am kühlsten Ort in Wohnung oder Haus, dunkel und gern feucht. Zur Orientierung: 8 bis 12°C sollten es sein, möglichst konstant. Hinlegen? Muss nicht sein. Der Verschluss mit Longcap, wie wir sie hier in Walsheim für unseren Biowein verwenden, eliminiert das Risiko der angeblichen Austrocknung. Und die offene Flasche? Sie wissen ja jetzt: Sauerstoff verändert den Wein. Das gilt auch für angebrochene Flaschen. Genießen Sie Ihren Wein also am besten noch am gleichen Tag. Schaffen Sie das nicht, verschließen Sie sie schnellstmöglich und bewahren Sie sie kühl und im Stehen auf. Ja, auch den Rotwein. Denn stehend wird die Fläche kleiner, da sind wir wieder beim Sauerstoff. Rotweine halten sich etwa drei bis fünf Tage im Kühlschrank, Weiße und Rosé etwas kürzer.


Lagern Sie Weinflaschen über längere Zeit am kühlsten Ort in Wohnung oder Haus, dunkel und gern feucht

Temperaturen, Tipps, Last-Minute-Tricks

  • Auf die Flasche

Keinen Korkenzieher zur Hand? Mit Biowein von Pfaffmann sind Sie jederzeit besuchsbereit. Wir verwenden einen Longcap-Schraubverschluss, mit dem das Öffnen ganz einfach gelingt und die Qualität nicht beeinträchtigt wird.

  • Auf Ihre Gäste

Hatten wir in Teil 1 bereits, wiederholen wir aber gern: Auch zu Hause halten Sie das Glas ausschließlich am Stiel. Hält Temperatur und Glas fit und fettfrei. Und klingt schöner.

  • Auf jeden Fall

Erste Regel: Wein zu Hause soll – bei allen Richtlinien – vor allem schmecken.

  • Auf und davon

Offene Flasche? Aroma adé! Zumindest, wenn Sie den angebrochenen Wein nicht schnell verschließen und in den Kühlschrank stellen. Und das auch nur maximal fünf Tage.

  • Aufgepasst

Kühlfix für Vergessliche: Wenn Sie den Wein nicht (rechtzeitig) in den Kühlschrank gestellt haben, keine Panik. Geben Sie die Flasche in eine große Schale, viel Eis dazu, eine Handvoll Salz drüber. Bewegen Sie die Flasche leicht im Eis.

Im dritten und letzten Teil unserer Miniserie zu Weinmanieren stoßen wir an und sprechen über das passende Glas. Bis dahin: Auf Ihr Wohl!

Wein verstehen mit Weingut Pfaffmann, Teil 1: im Restaurant

Wein und Restaurants: Weingut Pfaffmann verrät, wie Sie Rotwein, Weißwein und Rosé in Gesellschaft entspannt genießen und typische Fettnäpfchen vermeiden.

Manche Menschen haben Angst vor Wein. Oder sagen wir: Respekt. Und ein wenig Sorge, wie sie denn mit der Flasche und ihrem Verschluss, mit dem Wein im Glas und anschließend irgendwie auch im Mund umgehen sollen. Schwenken und schlürfen, oder lieber nicht? Und wenn ja – warum? Man will sich keine Blöße geben, nicht wahr? Wir sagen: Locker bleiben.

Wein ist zum Freuen da, nicht zum Fürchten. Und damit Sie jeden Tropfen hundertprozentig genießen können, geben wir Ihnen in einer dreiteiligen „Manieren-Miniserie“ hier im Pfaffmann-Blog ein paar Tipps und Tricks an die Hand. Zum besseren Verstehen von Rotwein, Weißwein und Rosé im
Restaurant, zu Hause und mit extra Blick ins beziehungsweise auf das passende Glas. Haben Sie Lust, sich ein bisschen intensiver mit dem wunderbaren Produkt Wein zu beschäftigen? Dann auf zum Schmökern, Schwenken, Schlürfen. Im heutigen ersten Teil nehmen wir Sie mit ins
Restaurant.

Platz nehmen und Stiel halten

Bestellt, probiert, gefällt? Warten Sie mit dem Trinken noch einen Moment. Erst wird angestoßen. Oder nicht? Oder wie, und wer zuerst? Wenn Sie nicht selbst bezahlen, warten Sie auf das Signal des Einladenden. Ansonsten spielt die Reihenfolge keine Rolle, prosten Sie dann ganz nach Gusto. Apropos Gusto: Tun Sie sich und Ihrem Wein den Gefallen und halten Sie Ihr Weinglas ausschließlich am Stiel, nicht am Kelch. Es sei denn, Ihr Rotwein ist zu kalt. Denn Körperwärme strahlt auf den Wein ab; der wird dann schnell (zu) warm. Berührung hinterlässt außerdem unweigerlich unschöne Spuren. Für mehr Wohlgefühl am Tisch sind ein frisches Getränk und ein sauberes Glas angenehmer. Bevor Sie den ersten Schluck nehmen, können Sie dem Wein noch etwas Luft gönnen. Ja, jetzt kommt das Schwenken – aber bitte mit Vorsicht. Hier geht’s nicht ums Cocktailmixen, auch nicht um Attitüde, sondern darum, dem Wein im Glas etwas mehr Oberfläche und damit mehr Kontakt zu Sauerstoff zu verschaffen. So können sich die Aromen besser entfalten, außerdem nehmen Sie alle Nuancen mit der Nase besser auf, wenn sich der Wein auch an den Glaswänden verteilt hat. Besonders Geübte erkennen an den Schlieren, den sogenannten „Kirchenfenstern“ (ernsthaft!), sogar den Alkoholgehalt.

Erheben wir das Glas – aber wie?

Heben Sie zum Trinken den Arm an und führen Sie das Glas zum Mund. Klingt banal? Ist es aber nicht. Viel zu oft bleiben die Ellbogen auf dem Tisch (Herr Knigge schüttelt den Kopf). Wenn der Wein schließlich die Lippen und den Gaumen berührt, noch nicht schlucken, sondern kurz mit
der Zunge hin und her bewegen. So kosten Sie im wahrsten Sinn des Wortes den Moment und vor allem den Wein mit all seinen Aromen voll aus. Tipp: Halten Sie den Mund dabei geschlossen.

Und wann wird geschlürft? Wir gehen im zweiten Teil unserer Serie noch einmal genauer darauf ein, warum zur Weinprobe Schlürfen durchaus angebracht ist. Im Restaurant allerdings, auch mit Rücksicht auf die anderen Gäste, wird er nur sanft und lautlos zwischen den Lippen eingesogen.

„Frollein, mehr Wein!“

Mit leerem Mund trinkt sich’s übrigens besser und weniger fleckenreich. (Auch) an die Lippenstift tragenden Gäste: Einfach kurz an der Serviette abtupfen. Die Farbe können Sie später am Abend (und bitte nicht am Tisch) auffrischen, Ihr Glas nur bei Neubestellung. Ganz abgesehen von unappetitlichen Spuren auf dem Glas macht Wein mehr Spaß, wenn Sie ihn mit allen Sinnen trinken, also auch die Farbe wahrnehmen. Damit genug zum Wahrnehmen da ist, vertrauen Sie einfach dem Servicepersonal, das mit Auge und Händchen für angemessenen Nachschub sorgt. Sie brauchen dafür nicht lauthals zu rufen, meist erkennen die geübten Fachkräfte die Situation mit einem Blick. Und wenn nicht, reicht ein kurzer Blickkontakt.

Was, wenn zwischen den Gängen der Wein gewechselt wird? Lassen Sie übrig gebliebene Reste stehen. Hier hat jemand mit Sinn und Feingefühl passende Tropfen zum Teller gewählt – und Sie kommen nicht in die Verlegenheit, ein halb volles Glas noch schnell herunterzustürzen.

Auf einen Schluck

  • Okay

Sie wollen lieber bei einer Sorte Wein bleiben? Sagen Sie’s einfach. Gastgeber und Sommelier werden das respektieren.

  • Olé!

Anstoßen gern, aber bitte mit der Hand am Stiel und nicht zu schwungvoll. Gilt auch fürs Schwenken: bitte mit Gefühl.

  • Oh weh …

Fettflecken oder Farbe auf dem Glasrand? Besser vorher die Lippen kurz an der Serviette abtupfen oder am besten zum Essen gar keine Farbe auflegen.

  • Oh je.

Sie wissen nicht so recht …? Fragen Sie. Gastgeber, Sommelier & Co. beantworten Ihnen gern, was Sie zum Wein wissen wollen.

  • Oh ja.

Schmeckt’s? Schön. Keine Sorge, das Servicepersonal kümmert sich um Ihr nicht leeres Glas, so lange Sie nicht abwinken.

  • Oho!

Bitte nicht nach „Ober“ oder „Fräulein“ rufen. Blickkontakt tut’s auch, oder ein „Entschuldigung“.Und beim Gehen gern ein „Danke“ da lassen, das freut alle, die Ihnen einen hoffentlich gelungenen Besuch bereitet haben.

Biene auf Blüte von Wildlavendel

Bio ist Philosophie, nicht Strategie

Vier Ziffern und drei Buchstaben: Warum 1616 und Bio so gut zusammenpassen und was der Weg zum Bioland-Betrieb mit sich gebracht hat.

Stellen Sie sich einen kleinen, feinen Hofladen vor: mit Produkten, die so aussehen, duften, schmecken wie sie sollen. Naturnah, naturbelassen, natürlich gut. Die Verkäuferin, der Verkäufer im Hofladen – sie sind diejenigen, die Ihnen mit dem Handschlag zur Begrüßung ein Versprechen geben. Das Versprechen, hier wirklich Gutes zu bekommen. Lebensmittel, die ohne Zusatzstoffe oder Düngemittel auskommen. Aus gesundem Boden, von Menschen geerntet und angeboten, die mit Wertschätzung und Fingerspitzengefühl, mit einem Händchen für Hervorragendes und dem Sinn für Qualität ans Werk gehen. Und jetzt stellen Sie sich vor, dieser Hofladen ist kein kleiner Laden, sondern ein Verband aus Betrieben, die allesamt diese Einstellung teilen. Zu einem solchen Verband hat sich Bioland entwickelt, mit breitem Spektrum, mit kleinen, aber eben auch größeren Vertretern. Dass 1616 Pfaffmann als ganz großer Betrieb mit 400 Jahren Erfahrung und ganz anderer Perspektive mit an Bord sein kann, dafür hat Gustav Pfaffmann gekämpft. Der Weg zum Bioland-Betrieb war steinig, aber erfolgreich; alle Beteiligten sind ihn gemeinsam gegangen. Das Weingut hat Überzeugungsarbeit geleistet, mutige Entscheidungen getroffen und die Umstellung konsequent durchgezogen. Mit das wichtigste Argument: die Menschen, die vom Weingut Pfaffmann und den 1616-Produkten angesprochen werden. Ein viel breiteres Publikum als bei vergleichsweise kleinen Betrieben, eine riesige Zielgruppe, eine Wertegemeinschaft, die „Bio“ zur Grundvoraussetzung macht – und die in dieser Dimension im Lebensmitteleinzelhandel anzutreffen ist. Anders gesagt: Diese Menschen wollen Bio, und sie suchen danach im Supermarkt.

Dass Sie Pfaffmann-Weine mit Bioland-Siegel dort finden, ist gemeinschaftlicher Verdienst von Bioland und 1616 Pfaffmann als Partner auf Augenhöhe. Pfaffmanns Plädoyer für das Weingut und völlig neue Möglichkeiten im Verband hat gefruchtet: Bioland hat erkannt, welches Potenzial – und vor allem, welche Philosophie – hinter und in allem steckt, was in Walsheim passiert. 2013 kam das Ja, und es kam die komplette Umstellung: 1616 Pfaffmann wurde zertifizierter Bioland-Betrieb.

“Drei Buchstaben für ein Lebensgefühl”

Die blühende Weinbergszeile, eingezäunt
von saftig, grünen Weinreben.

Nun wird man Bioland-Betrieb nicht einfach so. Erst recht nicht, wenn man Pfaffmann heißt und 160 ha bewirtschaftet. Eine Hälfte Bio, eine nicht? Unmöglich. Und auch nicht das, was dem Selbstverständnis von Pfaffmann entspricht. Halbherzig gibt es nicht, hier in Walsheim. Die Devise: ganz oder gar nicht. 1616 Pfaffmann hat sich für ersteres entschieden. Nicht erst seit den Bioland-Bestrebungen, und nicht etwa nur für das Siegel, sondern aus tiefstem Herzen und weil diese drei Buchstaben, “Bio”, für die Einstellung der gesamten Weingutsfamilie stehen. Warum überhaupt Bioland? Weil dieser Verband sehr breit aufgestellt ist. Hier wird die komplette Landwirtschaft berücksichtigt, vom Apfel bis zum Wein, von der Milch über die Butter bis zum Käse – Pfaffmann’sche Biohefe übrigens geht auch an eine ebenfalls Bioland zertifizierte Käserei, um ein ganz praktisches Beispiel der einzigartigen Vielfalt zu nennen. So haben Verbraucher Bioland oft in der Hand und das bekannte grün-weiße Siegel vor Augen. Und noch etwas haben sie damit: die Sicherheit, mit Bioland-Produkten etwas zu kaufen, das ihrem Wunsch nach biologischer Herstellung entspricht. Im Falle von Pfaffmann: von der Traube über die Abfüllung bis zu Vertrieb und Zulieferern. Für diese Sicherheit sorgt die nötige Zertifizierung; jedes Jahr aufs Neue. Private Prüfstellen testen unangemeldet, ob der Betrieb den Anforderungen bis ins Detail gerecht wird. Die Verantwortung wird also auf eine Vielzahl von Schultern verteilt, und sie wird von außen mit größter Sorgfalt wahrgenommen. Pfaffmann selbst nimmt die eigenen Kontrollen mindestens genauso ernst und betreibt das eigene Qualitätsmanagement noch schärfer als es die ohnehin strenge externe Bioland-Zertifizierung mit sich bringt.

“Gekommen, um zu bleiben”

Das war 2013. Und jetzt, fünf Jahre später? “Wird unsere Mitgliedschaft sehr positiv gesehen. Wir entwickeln uns gemeinsam weiter. Es geht voran!” Gustav Pfaffmann blickt positiv auf Gegenwart und Zukunft. Zum Beispiel auch in Sachen Sichtbarkeit: “Wenn sich Weinfreunde vor dem Regal für Bio entscheiden wollen, dann sollen sie sofort sehen, dass sie das mit jeder 1616-Flasche bekommen.” Sprach’s – und packte das Bioland-Siegel nach oben auf die Kappe. Dabei geht es um viel mehr als nur darum, Bio auf die Flasche zu schreiben. Um was genau? Die oben erwähnte Sicherheit. Und die Überzeugung, dass konventionelle Herstellung und Vermarktung längst nicht mehr hinnehmbar sind. Die Umstellung auf Bio, sie war keine Frage des „ob“, sondern des „wann“. Wer mit Gustav Pfaffmann darüber spricht, versteht Weinbau heute, Bio und vor allen Dingen, was es bedeutet, sich für Natur- und Umweltschutz einzusetzen und die Auswirkungen des eigenen Handelns auf Erde und Produkte pausenlos im Blick zu behalten.

Dass Bio auch als Verkaufsargument gilt, klingt aus seinem Mund nicht wie inhaltsleeres Marketing, sondern nach den Worten eines klugen Weinfachmanns, der weiß, was sich Weinfreunde wünschen und was die

Nicht nur Schmetterlinge fühlen
sich in unseren Weinbergen wohl …
Unsere Blühmischungen schenken
vielen Tieren ein schönes zu Hause.

Natur unbedingt braucht. Einem, der die Uhrzeit am Sonnenstand abliest, der Vögel und Pflanzen genau kennt und sich als grünen Fachmann bezeichnet, nimmt man die zentrale Bedeutung des Natur-Pur-Konzepts ab. Es ist eben kein Konzept, keine Strategie, sondern Philosophie von Pfaffmann. Sein Wissen über einwandfreie Produktionstechnik will Pfaffmann weitergeben. Möglichst viele Praktikanten und Auszubildende sollen sehen und verstehen, lernen und erfahren, was es heißt, in Zeiten des Klimawandels Wein anzubauen. So, dass auch in Zukunft nicht das reine Reagieren, sondern im Einklang mit der Natur zu agieren im Mittelpunkt steht.

“Bio? Kann man nicht schmecken. Aber erleben.”

Was unterscheidet den Bio-Boden vom herkömmlich bewirtschafteten? Er

Wunderschöne Weintrauben mit viel Liebe gehegt und gepflegt, um zu zauberhaftem Wein zu reifen.

wird anders, gesünder. Käfer, Regenwürmer & Co. kommen zuhauf, die Insekten wiederum dienen als Futter – und werden nicht etwa bekämpft, sondern bestärkt. Darin, sich hier wohl zu fühlen. Zu bleiben. Die Pflanze härtet sich selbst ab und trotzt, von innen heraus gestärkt, Schädlingen. Klingt logisch, ist aber noch längst nicht im allgemeinen Bewusstsein verankert. Spritzmittel? Besteht bei Pfaffmann ausschließlich aus natürlichen Stoffen wie Ackerschachtelhalm oder Brennnessel, “und das bitte nicht im Zehnliter-, sondern im Mehrwegbehälter.” Klar, zehn Liter, damit kommen die Pfaffmänner und -frauen nicht weit – und lehnen Plastik sowieso ab. Was die Bio-Veteranen vor Jahrzehnten noch selbst gepflückt und mühsam verarbeitet haben, ist heute zum Glück in großen Mengen zur Hand; ebenfalls zertifiziert. Und es hört nicht beim Boden oder Düngerverzicht auf, im Gegenteil. Auch Maschinen lassen sich in energieeffizienter Version anschaffen, und sie laufen auf Pfaffmanns Flächen nur gezielt. Pferde? “Setzen wir heute keine mehr ein, aber Maschinen eben auch nur, wenn es sein muss.”

Vollständige Wertschöpfungskette, Bio durch und durch. Da ist Gustav Pfaffmann gern missionarisch unterwegs. Sein Appell an junge Önologen: ein stärkeres Bewusstsein für die Natur entwickeln, Angst vor der Umstellung auf Bio abbauen, für Aufklärung beim Verbraucher eintreten. Auch deshalb ist das Weingut Mitglied im NABU und Partnerbetrieb Naturschutz, veranstaltet Erlebniswandertage für Kinder. Die ganze Familie bewegt sich ökologisch und lebt Bio. “Es braucht viel Fachwissen und noch mehr Engagement, sonst hat der Großbetrieb keine Chance” sagt Gustav Pfaffmann, der grüne Fachmann. Wenn jemand “Bio” begeistert und motiviert anpackt, dann sind es die Menschen hier. Das beweist das Bioland-Siegel auf jeder Flasche, und das bestätigen jedes Wort und alle Projekte mit Absender 1616 Pfaffmann.